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  1. Was ist Mammographie-Screening?
  2. Was ist das Besondere am Mammograhie-Screening?
  3. Wie ist das Programm organisiert?
  4. Was umfasst das Programm?
  5. Wer kann teilnehmen?
  6. Welche Vorteile bietet Ihnen eine Teilnahme?
  7. Wo liegen die Grenzen des Screenings, und gibt es Nachteile?
  8. Wie erhalten Sie einen Termin zum Mammographie-Screening?
  9. Wo wird das Mammographie-Screening durchgeführt?
  10. Was erwartet Sie bei der Mammographie?
  11. Wie erhalten Sie das Ergebnis?
  12. Die Mammographie ist auffällig - was passiert dann?
  13. Was erwartet Sie bei der Abklärungsuntersuchung?
  14. Wofür brauchen wir Ihre Daten, und wie sind Ihre Daten geschützt?
  15. Warum findet vor oder direkt nach der Mammographie-Untersuchung kein Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin statt?
  16. Warum wird statt Mammographie nicht die Ultraschall-Untersuchung der Brust als Früherkennungs-Untersuchung durchgeführt? Sie hat keine Strahlenbelastung.
  17. Warum wird das Mammographie-Screening erst ab 50 Jahren angeboten und nicht schon früher?



1. Was ist Mammographie-Screening?   {zum Inhaltsverzeichnis}

Mammographie-Screening ist ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs. Dadurch soll Brustkrebs möglichst frühzeitig bei Frauen entdeckt werden, bei denen noch keine Anzeichen für diese Erkrankung vorliegen. In Abständen von zwei Jahren werden Röntgenaufnahmen der Brust (Mammographien) erstellt. Bei unauffälligem Befund werden die Teilnehmerinnen in zwei Jahren wieder eingeladen. Sollte sich jedoch aus den Röntgenaufnahmen der Verdacht auf eine Krebserkrankung ergeben, werden weitere Untersuchungen zur Abklärung des Verdachts vorgenommen.

Das Mammographie-Screening-Programm hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Brustkrebstodesfälle in Deutschland zu senken und bei einer Krebserkrankung eine schonendere Behandlung zu ermöglichen. Daher werden strenge Qualitätsanforderungen an das Screening-Personal, die teilnehmenden Ärzte und die Geräte gestellt und die gegebenenfalls notwendigen Schritte zur Abklärung eines Brustkrebsverdachts aufeinander abgestimmt.



 
2. Was ist das Besondere am Mammograhie-Screening?   {zum Inhaltsverzeichnis}


Neu an dem Programm ist vor allem eine Qualitätssicherung nach  Europäischen Leitlinien, die alle Prozesse der Screening-Kette umfasst, wie:

  • die apparative Ausstattung,
  • die fachlichen Qualifikationen der am Programm Mitwirkenden,
  • das Zusammenwirken unterschiedlicher Organisationen sowie
  • die Qualitätsdarlegung und der Nachweis über die Effektivität des Programms.
Zu den hohen Qualitätsanforderungen gehören unter anderem,
  • dass jede Mammographie-Aufnahme von zwei Ärzten beurteilt wird,
  • dass jeder Arzt mindestens Aufnahmen von 5.000 Frauen im Jahr begutachtet,
  • und dass - im Falle einer Auffälligkeit - ein Verdacht innerhalb des Programms abgeklärt wird. Dabei werden Ergebnisse und weiteres Vorgehen von allen Ärzten gemeinsam besprochen.

Ein wesentliches Merkmal des Programms ist sein Bevölkerungsbezug. Bevölkerungsbezug im Hinblick auf Mammographie-Screening meint: Jede anspruchsberechtigte Frau in Deutschland ist dem Programm bekannt. Denn nur durch einen Bevölkerungsbezug lässt sich das Programm sowohl im Hinblick auf die Sterblichkeit an Brustkrebs (Mortalität) als auch im Hinblick auf die Brustkrebsneuerkrankungsrate (Inzidenz) und die Stadienverteilung der Mammakarzinome in der Zielbevölkerung bewerten (evaluieren). Hergestellt wird der Bevölkerungsbezug durch das Einladungswesen, in dessen Mittelpunkt die Zentrale Stelle steht. Diese öffentliche Stelle lädt die anspruchsberechtigten Frauen anhand von Meldedaten ein. Aus datenschutzrechtlichen Gründen wird den Frauen dabei eine nicht reidentifizierbare Screening-Identifikationsnummer zugewiesen. Ist die Einladung erfolgt, werden die Meldedaten wieder gelöscht, unabhängig davon, ob die Frauen teilgenommen haben oder nicht. Errichtet wird die Zentrale Stelle auf Landesebene.
 

 

 

3. Wie ist das Programm organisiert?   {zum Inhaltsverzeichnis}
Das Früherkennungsprogramm gliedert sich in regionale Versorgungsprogramme, die den Gebietsgrenzen der Kassenärztlichen Vereinigungen entsprechen sollen. Die regionalen Versorgungsprogramme werden von der Kassenärztlichen Vereinigung im Einvernehmen mit den Landesverbänden der Krankenkassen und den Verbänden der Ersatzkassen auf Landesebene in einzelne Screening-Einheiten unterteilt.

Eine Screening-Einheit besteht aus einer oder mehreren Mammographie-Einheiten, in der die Mammographie-Aufnahmen erstellt werden, sowie einer oder mehreren Einheiten zur Abklärungsdiagnostik, in der die Abklärungsuntersuchungen durchgeführt werden. In der Regel umfasst eine Screening-Einheit einen Einzugsbereich von 800.000 bis 1 Mio. Einwohnern, geleitet wird sie von einem oder maximal zwei Programmverantwortlichen Ärzten.

Jede Screening-Einheit ist einem Referenzzentrum zugeordnet. Bundesweit werden maximal sechs Referenzzentren gebildet, fünf Standorte stehen bereits fest: Berlin, Bremen, München und Münster. Aufgabe der Referenzzentren ist es, die Qualitätssicherung zu überwachen sowie die am Programm teilnehmenden Ärzte und radiologischen Fachkräften fortzubilden, zu beraten und zu betreuen. Die Leiter der Referenzzentren sind selbst Programmverantwortliche Ärzte in einer dem Referenzzentrum angegliederten Screening-Einheit. Ernannt werden die Referenzzentren von der Kooperationsgemeinschaft Mammographie.
 

 

 


4. Was umfasst das Programm?  {zum Inhaltsverzeichnis}

Das Programm beinhaltet:

  • die Einladung der Frauen,
  • die Motivation und Information der Frauen,
  • die Anamnese und Erstellung von Mammographie-Aufnahmen,
  • die Befundung der Mammographie-Aufnahmen,
  • die Abklärungsdiagnostik sowie
  • die Organisation und Durchführung von Qualitätssicherungsmaßnahmen.

 

 

 

5. Wer kann teilnehmen?  {zum Inhaltsverzeichnis}

Teilnehmen können alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Sie werden regelmäßig im Abstand von zwei Jahren auf der Grundlage von Angaben der Meldebehörden persönlich eingeladen. Wenn Sie in den letzten zwölf Monaten bereits eine Mammographie erhalten haben, wenden Sie sich bitte an die einladende Stelle, um das weitere Vorgehen zu klären. Sollten Sie zum Zeitpunkt der Einladung nachfolgende Beschwerden oder Symptome an Ihrer Brust haben, wenden Sie sich bitte direkt an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt:

  • tastbare Knoten
  • Dellen oder Verhärtungen der Haut
  • äußerlich sichtbare Verformungen
  • Hautveränderungen oder Einziehungen der Brustwarze
  • Blutungen oder andere flüssige Absonderungen aus der Brustwarze

Sollten Sie aufgrund einer Brustkrebserkrankung in ärztlicher (Nach-)Behandlung sein, setzen Sie sich bitte mit der einladenden Stelle in Verbindung. Ein Anspruch auf Teilnahme am Programm besteht dann nicht, so dass Sie nicht mehr eingeladen werden.
 

 

 

 

6. Welche Vorteile bietet Ihnen eine Teilnahme?  {zum Inhaltsverzeichnis}

Durch die Mammographie können sehr kleine Krebsherde frühzeitig erkannt werden, bevor sie tastbar sind oder andere Symptome hervorrufen. Die frühe Erkennung verbessert die Behandlungsmöglichkeiten und die Chancen einer Heilung. Mit der regelmäßigen Teilnahme an diesem Programm erhöhen Sie daher Ihre Aussichten auf weniger eingreifende und belastende Behandlungsmethoden und auf eine dauerhafte Heilung.

Derzeit ist die Mammographie die beste Screeningmethode zur Früherkennung von Brustkrebs in der Altersgruppe der 50- bis 69-jährigen Frauen. Dennoch können mit der Mammographie nicht alle Brustkrebserkrankungen erkannt werden. In seltenen Fällen kann auch im Zeitraum zwischen zwei Mammographien ein Brustkrebs entstehen und zu Beschwerden oder Symptomen führen. Durch den Einsatz hochwertiger und regelmäßig überprüfter Röntgengeräte wird die Strahlenbelastung der Mammographie gering gehalten. Die durchschnittliche Strahlenbelastung einer Mammographieuntersuchung entspricht etwa zehn Prozent der durchschnittlichen natürlichen jährlichen Strahlenbelastung in Deutschland. Der Nutzen der Untersuchung in dieser Altersgruppe unter den Voraussetzungen dieses qualitätsgesicherten Programms ist deutlich höher einzuschätzen als das Risiko, dass durch die Röntgenstrahlen bei der Mammographieerstellung Krebs ausgelöst werden kann.
 

 

 

 

7. Wo liegen die Grenzen des Screenings, und gibt es Nachteile?  {zum Inhaltsverzeichnis}

In manchen Fällen ist die Erkrankung trotz frühzeitiger Erkennung und Behandlung nicht aufzuhalten. Bei einem Verdacht auf eine Krebserkrankung kann durch die Abklärungsuntersuchungen eine Belastung entstehen (z. B. durch Entnahme von Gewebeproben), auch wenn dieser Verdacht sich dann nicht bestätigt. In einigen Fällen wird ein Brustkrebs entdeckt, der auch bei späterer Entdeckung noch erfolgreich behandelbar wäre.

 

 

 

 

8. Wie erhalten Sie einen Termin zum Mammographie-Screening?   {zum Inhaltsverzeichnis}

Jede Frau im Alter zwischen 50 und 69 Jahren erhält alle zwei Jahre von der sogenannten Zentralen Stelle eine Einladung zum Mammographie-Screening. Die Zentralen Stellen sind eine gemeinsame Einrichtung der Landesverbände der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigungen. In der Einladung wird den Frauen ein Termin für das Mammographie-Screening vorgeschlagen und das Screening-Zentrum genannt, wo die Untersuchung durchgeführt wird. Die Teilnahme ist grundsätzlich freiwillig. Alle Daten unterliegen dem Datenschutz.  

 

 

 

 


9. Wo wird das Mammographie-Screening durchgeführt?  {zum Inhaltsverzeichnis}

Das Mammographie-Screening wird in Screening-Einheiten durchgeführt, das sind speziell eingerichtete Screening-Zentren. Vor ihrem Start und auch danach werden die Screening- Einheiten geprüft und zertifiziert. Täglich findet eine Prüfung der Mammographie-Geräte statt. Die Ärzte und ihre Mitarbeiter in den Zentren müssen besondere fachliche Qualifikationen erfüllen und spezielle Fortbildungen nachweisen. Ärzte müssen pro Jahr Mammographien von mindestens 5000 Frauen pro Jahr beurteilen und jedes Jahr an einer Fallsammlungsprüfung teilnehmen und sie bestehen.

 

 

 

 

10. Was erwartet Sie bei der Mammographie?  {zum Inhaltsverzeichnis}

Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Jede Brust wird zwischen zwei Plexiglasplatten gelegt und kurz zusammengedrückt. Dies kann unangenehm, manchmal auch schmerzhaft sein. Dieser Druck ist notwendig, weil nur so gut beurteilbare Bilder mit der geringst möglichen Strahlenbelastung erzielt werden können. Von jeder Brust werden zwei Röntgenaufnahmen angefertigt. Ihre Aufnahmen werden immer von mindestens zwei besonders erfahrenen und geschulten Ärztinnen / Ärzten unabhängig voneinander beurteilt.

 

 

 


11. Wie erhalten Sie das Ergebnis?  {zum Inhaltsverzeichnis}

Das Untersuchungsergebnis wird Ihnen in der Regel innerhalb von sieben Werktagen nach Erstellung der Mammographie übermittelt. Bei etwa 95 % aller Frauen zeigt die Mammographie keinen Hinweis auf Brustkrebs. Diesen Frauen wird schriftlich mitgeteilt, dass sie in zwei Jahren wieder unaufgefordert eingeladen werden. Auf gutartige Veränderungen, die nur äußerst selten ein Risiko darstellen, wird in der Mitteilung nicht hingewiesen.
 

 

 

 

12. Die Mammographie ist auffällig - was passiert dann?  {zum Inhaltsverzeichnis}

Zeigen sich in der Röntgenaufnahme Veränderungen, die auf eine Brustkrebserkrankung hinweisen können, sind weitere Untersuchungen notwendig. In diesem Fall erhalten Sie mit dem Ergebnis Ihrer Mammographie eine Einladung zur kurzfristigen weiteren Abklärung. Die Ergebnisse der Abklärungsuntersuchungen werden von allen beteiligten Ärzten gemeinsam ausgewertet und besprochen. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass sich durch die Untersuchungen bei ca. 80 % der Frauen, die wegen einer auffälligen Mammographie erneut einbestellt wurden, der Brustkrebsverdacht nicht bestätigt.
 

 

 

 

13. Was erwartet Sie bei der Abklärungsuntersuchung?  {zum Inhaltsverzeichnis}

  1.  Ärztliches Gespräch
    Als Erstes bespricht eine Ärztin oder ein Arzt Ihre Röntgenaufnahmen mit Ihnen und informiert Sie über die notwendigen weiteren Untersuchungen. Zu dem Gespräch können Sie nach Rücksprache mit der Ärztin / dem Arzt eine Person Ihres Vertrauens mitbringen.
  2. Tastuntersuchung
    Die Ärztin oder der Arzt tastet Ihre Brust sorgfältig ab.
  3. Sonographie / Ultraschalluntersuchung
    Bei dieser Untersuchung werden mittels Schallwellen Bilder des Brustgewebes erzeugt. Bei manchen Veränderungen kann die in der Mammographie entdeckte Auffälligkeit hierdurch ergänzend beurteilt werden.
  4. Zusätzliche Röntgenaufnahmen
    Bei einigen Veränderungen ist eine zusätzliche Röntgenaufnahme der Brust (z. B. Vergrößerung) erforderlich. Damit lassen sich bestimmte auffällige Gewebebezirke genauer darstellen und beurteilen.
  5. Ergebnis
    Im Anschluss an diese Untersuchungen bespricht die Ärztin oder der Arzt das Ergebnis mit Ihnen. Bei den meisten Frauen kann ein Brustkrebsverdacht ausgeschlossen werden.
  6. Biopsie
    Eine Gewebeprobe (Biopsie) zur abschließenden Beurteilung eines auffälligen Befundes ist nur bei wenigen Frauen erforderlich. Dazu wird nach örtlicher Betäubung mit einer Hohlnadel etwas Gewebe aus dem auffälligen Bezirk der Brust entnommen und von einem Spezialisten beurteilt. Das Ergebnis liegt nach wenigen Tagen vor und wird Ihnen in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Die / der von Ihnen angegebene Ärztin / Arzt erhält ebenfalls das Ergebnis.


Das abschließende Ergebnis der Untersuchungen erhalten Sie in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach der Einladung zur Abklärung in der mit Ihnen vereinbarten Weise. Sollte sich der Verdacht auf eine Krebserkrankung bestätigen, können Sie das weitere Vorgehen mit der Ärztin / dem Arzt, die / der die Abklärungsuntersuchungen durchgeführt hat, besprechen. Auch dazu können Sie nach Rücksprache mit der Ärztin / dem Arzt eine Person Ihres Vertrauens mitbringen.

 

 

 

14. Wofür brauchen wir Ihre Daten, und wie sind Ihre Daten geschützt?  {zum Inhaltsverzeichnis}

Dieses qualitativ hochwertige Früherkennungsprogramm wird allen Frauen zwischen 50 und 69 Jahren angeboten. Daher werden für die Einladung Daten aus den amtlichen Melderegistern (Namen und Anschrift, Geburtsdaten) verwendet. Die datenschutzrechtlichen Anforderungen werden dabei selbstverständlich eingehalten. Aus diesen Meldedaten werden zwei für Sie geltende, nicht wieder entschlüsselbare Kennnummern gebildet, die zur Organisation der Einladungen und zur Überprüfung der Qualität der Untersuchungen dienen. Die amtlichen Meldedaten werden nach erfolgter Einladung gelöscht, unabhängig davon, ob Sie am Früherkennungsprogramm teilnehmen oder nicht. Die Maßnahmen zur Überprüfung der Qualität erfolgen in anonymisierter Form nur unter Verwendung der beiden Kennnummern. Wie bei allen sonstigen ärztlichen Behandlungen unterliegen Ihre Daten der ärztlichen Schweigepflicht. In einer speziellen Maßnahme zur Überprüfung der Qualität der Untersuchungen wird festgestellt, ob bei Frauen in der Zeit zwischen zwei Screening-Mammographien Brustkrebs aufgetreten ist, der früher hätte entdeckt werden können. Zu diesem Zweck werden die Kennnummern der Teilnehmerinnen mit den Kennnummern in den zuständigen Krebsregistern regelmäßig abgeglichen. Das Krebsregister meldet die Kennnummern der Brustkrebsfälle (also nicht die Namen) an die einladende Stelle. Sollten Sie betroffen sein, übermittelt die einladende Stelle Ihre Kennnummer an die für Sie zuständige Screening-Einheit. Diese bittet Sie um Ihr Einverständnis, Ihre medizinischen Unterlagen, also insbesondere die Mammographieaufnahmen, an eine spezielle Einrichtung zur Qualitätsüberprüfung (Referenzzentrum) weiterleiten zu dürfen.

 

 

 

15. Warum findet vor oder direkt nach der Mammographie-Untersuchung kein Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin statt?   {zum Inhaltsverzeichnis}

Das Mammographie-Screening ist eine ergänzende Untersuchung zur jährlich angebotenen Früherkennungsuntersuchung, die beim Frauenarzt oder bei der Frauenärztin stattfindet. Hier besteht die Möglichkeit für die Frauen, im vertrauten Rahmen mit ihrem Arzt zu sprechen. 
 
Vor dem Screening erhalten die Frauen ausführliche schriftliche Informationen über die Untersuchung. Auch das Personal im Screening-Zentrum ist speziell qualifiziert und steht für Fragen der Frauen zur Verfügung. Nach der Untersuchung werten zwei Fachärzte unabhängig von einander die Mammographiebilder aus. Das dient der besonderen Qualitätssicherung und braucht Zeit. Aus diesem Grund kann direkt nach der Untersuchung keine Auskunft über das Ergebnis geggeben werden. Sollte die Frau vor oder während der Screening-Untersuchung ausdrücklich das Gespräch mit dem Arzt wünschen, ist dieser erreichbar.  
 
 

 

 

 

16. Warum wird statt Mammographie nicht die Ultraschall-Untersuchung der Brust als Früherkennungs-Untersuchung durchgeführt? Sie hat keine Strahlenbelastung.   {zum Inhaltsverzeichnis}

Die Ultraschall-Untersuchung ist derzeit für die systematische Früherkennung von Brustkrebs nicht geeignet, weil sie nicht genügend aussagekräftig ist. Zum einem können auch durch den Ultraschall nicht alle Tumoren erkannt werden. Zum anderen hängt die Tumor- Entdeckungsrate auch von den Untersuchungsbedingungen ab und kann dementsprechend variieren. Die größere Unsicherheit der Befunde führt zudem dazu, dass es zu mehr falschen Verdachtsbefunden kommt und mehr Frauen zu einer Abklärungsuntersuchung kommen müssen als bei der Mammographie. Deshalb setzt international kein Land die Ultraschall- Untersuchung als Früherkennungsmethode ein.  
 
Ultraschall ist sinnvoll als ergänzende Methode bei der Abklärungsnutersuchung zum Beispiel bei einem unklaren Mammographiebefund. In solchen Fällen wird zur weiteren Abklärung nach dem Screening auch ein Ultraschall durchgeführt.  
 

 

 

 

17. Warum wird das Mammographie-Screening erst ab 50 Jahren angeboten und nicht schon früher?  
{zum Inhaltsverzeichnis}

 
Studien haben gezeigt, dass bei jungen Frauen wegen des dichteren Drüsengewebes der Brust die Mammographie-Untersuchung nicht so aussagekräftig ist wie bei älteren Frauen. In diesem Fall kann es häufiger zu einem falschen Verdacht auf Brustkrebs kommen. Die Folge davon wäre, dass mehr Frauen aufgrund des falschen Verdachtes auf Brustkrebs zur Abklärungsuntersuchung eingeladen würden. Da bei unter 50jährigen Frauen Brustkrebs seltener auftritt als bei älteren Frauen erhöht sich ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, dass ein zunächst auffälliger Untersuchungsbefund in den Mammographie sich in der Abklärungsuntersuchung letztlich nicht bestätigt. Es gibt daher derzeit keine einheitliche Empfehlung von internationalen Experten für ein Mammographie-Screening für Frauen unter 50 Jahren.
 
Patientinnen mit einem deutlich erhöhten Risiko für das Auftreten von Brustkrebs oder Frauen mit einem Verdacht auf Brustkrebs haben auch vor dem 50. Geburtstag Anspruch auf eine Mammographie. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Hier können Sie ein Glossar, das medizinische Fachbegriffe erklärt, downloaden.  Glossar medizinischer Fachbegriffe (PDF-Dokument, 46 kB)

Quelle: Kooperationsgemeinschaft Mammographie